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Documentation Index

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Der Struktureditor kuratiert das juristische Normensystem im LCM: Er enthält Strukturvorgaben zur umfassenden Bearbeitung rechtlicher Sachverhalte. Hierzu zählen Strukturen für das Rubrum, das Verfahren und die materiell-rechtlichen Aspekte der Bearbeitung des konkreten juristischen Sachverhalts.

Normen

Materiell-rechtliche Strukturen sind im Privatrecht zum Beispiel die Anspruchsgrundlagen mit den Tatbestandsvoraussetzungen und Submerkmalen sowie die Gegennormen und deren Tatbestandsvoraussetzungen und Submerkmalen. Der Struktureditor kuratiert das juristische Wissen des LCM immer in einer systematischen und hierarchischen Baumstruktur.
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Im Struktureditor wird also die Baumstruktur und das materiell-rechtliche Ordnungsgefüge zusammen mit den relevanten inhaltlichen Informationen der Normen, Tatbestandsmerkmalen und Submerkmalen usw. angelegt. In diese Baumstruktur wird im LCM der konkrete Prozessstoff der einzelnen Akte und des jeweiligen Verfahrens strukturiert.
Beispiel zur Ordnung der privatrechtlichen Normen im LCM:
  1. Die Strukturen im Privatrecht sind nach den verschiedenen Rechtfolgezielen zur Anspruchsdurchsetzung auf Seiten des Gläubigers sowie zur Forderungsabwehr durch Einreden und Einwendungen auf Seiten des Schuldners geordnet.
  2. Im LCM sind die Normen des Privatrechts mit allen Tatbestandsmerkmalen und Submerkmalen, der konkreten Darlegungs- und Beweislast sowie weiteren Informationen zur Strukturierung, Visualisierung, Analyse und Produktion von Schriftsätzen enthalten. Im Struktureditor ist beispielsweise die Norm § 823 Abs. 1 BGB inklusive der Tatbestandsmerkmale und aller zugehörigen Informationen für alle gleichgelagerten Konstellationen abstrakt vorstrukturiert.
  3. Der relevante Prozessstoff eines konkreten Privatrechtsstreits (also der Sach- und Rechtsvortrag der Parteien samt der Beweise) wird im LCM dann nach dem im Struktureditor vorintegrierten materiell-rechtlichen Schema strukturiert, in der Dynamischen Relation visualisiert und in der Rechtsmatrix analysiert.
Die Aufgabe der Nutzer:innen als Autor:innen der juristischen Prüfschemata und Inhalte im Struktureditor ist es, die juristische Intelligenz in den LCM zu integrieren und die Strukturen, Normen und Tatbestandselemente mit den relevanten Informationen zu füllen, damit die Strukturierung, Visualisierung, Analyse und Textproduktion im LCM später automatisch erfolgt.

Anwendungsbereiche

Folgende Anwendungsbereiche sind relevant:
1

Anwendung 1: Schriftsatz-Assistent / Klage-Assistent

Klage-Assistent / Schriftsatz-Assistent: Die Nutzer:innen werden über intelligente Eingabemasken geführt, um alle erforderlichen Informationen (Tatsachen samt Beweisen, Rechtsansichten, Begründungen) für einen schlüssigen Schriftsatz bzw. eine schlüssige Klage einzugeben. Das Prüfschema und die hierfür relevanten Informationen stammen aus dem Editor.
2

Anwendung 2: Strukturierung des Prozessstoffs in der DOkumentenansicht

Richter:innen und Rechtsanwält:innen strukturieren eine Fallakte nach den zivilrechtlichen relevanten Kriterien direkt zu den Normen, Tatbestandsmerkmalen und Submerkmalen. Das Prüfschema zur Lösung der Zivilakte findet sich im Editor und gibt die Struktur zur Strukturierung vor.
3

Anwendung 3: Visualisierung des Falls in der Dynamischen Relation

Sachvortrag, Beweise, Rechtsansichten und Begründungen der Parteien eines Rechtsstreits werden in der Dynamischen Relation als Textkärtchen nach der Prüfstruktur und den Schemata des Struktureditors geordnet.
4

Anwendung 4: Analyse des Falls in der Privatrechtsmatrix

Substantiierung, Schlüssigkeit, Erheblichkeit, Beweisstation (Beweisbedürftigkeit, Beweislast, Beweisantritt und Beweiserhebung) werden nach Strukturierung des Prozessstoffs automatisiert in der Privatrechtsmatrix analysiert. Dies ist nur deshalb möglich, weil die entsprechenden Informationen zu den Strukturen und Prüfschemata in dem Struktureditor vorintegriert sind.
5

Anwendung 5: Prozessprognose von Privatrechtsstreitigkeiten

Die Chancen und Risiken des Prozessausgangs werden im Prozessprognosetool anhand der Normen und deren Merkmale aus dem Editor dargestellt. Die Baumstruktur, welche die relevanten Entscheidungspunkte eines Privatrechtsstreits darstellen, stammen aus dem Struktureditor.
6

Anwendung 6: Automatisierte Produktion vorgerichtlicher Anschreiben, Klageschriften, Klageerwiderungen und sonstiger Schriftsätze

Nur durch die im Editor vorintegrierten Strukturvorgaben und die voreingetragenen Textbausteine für Normen (Anspruchsgrundlagen und Gegennormen) samt deren jeweiligen Merkmale ist eine regelbasierte Textproduktion möglich. Die Schriftstücke sind vertrauenswürdig, reproduzierbar und sofort einsetzbar, da ihre Inhalte nicht aus einer Blackbox stammen, sondern aus den einsehbaren, kontrollierbaren und modifizierbaren Quellen des Struktureditors.