Skip to main content
Der LCM bietet spezialisierte Funktionen, die den Prozess der juristischen Fallbearbeitung unterstützen. Im Folgenden werden die einzelnen Funktionen einführend beschrieben, um die Funktionsweise des LCM und der Tools kennen zu lernen. Die Ausführungen schaffen einen ersten Überblick über den LCM. Die Details werden im Laufe der Zeit immer detaillierter erläutert. Zur Orientierung beginnt die Kurzübersicht zunächst mit der Startseite und deren Funktionen.

Aktenübersicht und Navigation

Image
Die Aktenübersicht ist der Einstieg in die Navigation im LCM. Hier werden sämtliche Akten im LCM angezeigt, die Sie angelegt haben, zu denen Sie entsprechende Rechte besitzen oder die mit Ihnen geteilt worden sind. Am linken Bildschirmrand befindet sich die Hauptnavigationsleiste mit den folgenden Menüpunkten:
  • Startseite mit Aktenübersicht und Navigation
  • Suche
  • Hilfe
  • Einstellungen
Die obere Anzeige der Aktenübersicht ist die globale Navigation mit der Suche, den Benachrichtigungen und dem Benutzerprofil. Über der Aktenübersicht befinden sich chronologische Suchfilter, um durch alle Akten zu navigieren. Es ist möglich mit einem personalisierten Filter die Akten zu durchsuchen.

Akte hinzufügen oder importieren

Akten werden entweder als LCM-Akten “importiert” oder sie werden neu angelegt. Neue Akten werden im LCM “schlank” mit den rudimentären Daten angelegt - das Akten- und Beteiligtenmanagement verbleibt in der bestehenden Gerichts- oder Anwaltssoftware und soll durch den LCM nicht ersetzt werden. Der Einsatz von Schnittstellen ist hier sinnvoll, um jeden Mehraufwand konsequent zu vermeiden. Schnell neue Akte anlegen

Cockpit

Das Cockpit ist das digitale Verfahrens- und Aktenblatt mit allen relevanten Eckdaten der Verfahren. Es zeigt den Status der ausgewählten Akte samt der wichtigsten juristischen Parameter der Fallbearbeitung und informiert so die Nutzer:innen auf einen Blick über den jeweils aktuellen Bearbeitungsstand. Das sind in der Zivilrechtsakte die folgenden Parameter:
  • Zulässigkeit des Verfahrens
  • Schlüssigkeit des Klägervortrags
  • Erheblichkeit des Beklagtenvortrags und
  • Entscheidungsreife
Das Cockpit bietet eine intuitive Bedienung und Navigation zu allen Funktionen des LCM. Die Nutzer:innen sind immer orientiert. So sieht das LCM Cockpit aus: Überblick über das Cockpit des LCM

Anträge

Über die linke Akten-Navigationsleiste gelangen Sie zu den Anträgen. Hier finden Sie alle für die jeweilige Akte relevanten Anträge (als Ausdruck des jeweiligen Rechtsfolgewillens wie z.B. dem Anspruch auf Zahlung mit einem korrespondierenden Gegenantrag der Gegenseite). Ein Antrag im LCM ist wie ein Container: Jeder Antrag kann beliebig viele Normen enthalten, nämlich beliebig viele Anspruchsgrundlagen der Klägerseite, um das Rechtsfolgeziel des Antrags zu unterstützen, sowie beliebig viele Gegennormen der Beklagtenseite, um die Forderungsabwehr zu stützen - und umgekehrt (wie z.B. bei der Widerklage).
Screenshot 2026 05 25 233230

Schriftsatz-Assistent

Aktuell erfolgt die Erstellung von Schriftsätzen „deterministisch“, also ohne den Einsatz stochastischer generativer Sprachmodelle. Der Einsatz von KI bei der Schriftsatzerstellung birgt jedoch großes Potenzial. Neben der in Kürze verfügbaren Option des KI-Schriftsatzes können die Nutzer:innen des LCM weiterhin die berechenbare, nachvollziehbare, reproduzierbare und vertrauenswürdige Textautomatisierung nutzen. Eine Nachkontrolle ist hier überflüssig, da das Ergebnis durch die vorintegrierten juristischen Inhalte bereits vorkontrolliert und vertrauenswürdig ist.
Der Schriftsatz-Assisten im LCM unterstützt die Nutzer:innen mithilfe von smarten Eingabemasken beim Abfragen der erforderlichen Informationen:
  • Die Nutzer:innen geben den zur Klagebegründung bzw. zur Verteidigung relevanten Sachvortrag inklusive der Beweise und den Rechtsvortrag intelligent und intuitiv geführt ein.
  • Für Anspruchsgrundlagen zur Begründung von Forderungen auf Klägerseite und
  • für Gegennormen zur Verteidigung gegen die Klage auf Beklagtenseite.
  • Spezielle Lebensszenarien erleichtern die Nutzung des Tools für Profis und in der Zukunft auch für Private (z.B. Kündigungsschutzklage, Datenschutzverstoß, Rückforderung illegales Glücksspiel, Mietminderung, Online-Betrug, konkrete KFZ-Unfallszenarien wie Auffahrunfall usw.).

Klage-Assistent

Aus Anspruchsteller- oder Klägerperspektive steht nach Mandatsannahme meist die Erstellung eines vorgerichtlichen Forderungsschreibens oder einer Klageschrift im Vordergrund. Hierfür existiert der “Schriftsatz-Assistent”.

1. Beispiel: “Schadensersatzklage wg. Nebenpflichtverletzung”

Wir legen den folgenden Sachverhalt zugrunde:
Der Mandant schildert folgende Situation: Der spätere beklagte Balduin Becker, Einzelfirmensitz in Kaiserslautern, beauftragte den späteren Kläger, den Karl Krämer mit Einzelfirmensitz in Saarbrücken, einen Workshop in den Schulungsräumen des Beklagten in Saarbrücken am 4. und 5.4.25 auszurichten. Während des Workshops brach der Stuhl des Klägers. Der Kläger stürzte zu Boden und brach sich den Arm. Der Kläger will Klage vor dem Landgericht Saarbrücken einreichen. Bereits in vorherigen Workshops seien die maroden Stühle des Beklagten wegen Materialermüdung gebrochen, ohne dass dies der Beklagte zum Austausch der Stühle veranlasst habe. Der Kläger will Heilbehandlungskosten iHv 9.000 EUR und Schmerzensgeld iHv jeweils 3.000 EUR geltend machen. Der Mandant überreicht zwei Rechnungen, die in der Summe die Heilbehandlungskosten für Arzt und Orthopädie-Fachgeschäft belegen.
Hier eine Dokumentation, wie Sie in 5 Minuten eine perfekte Klageschrift erstellen: Mit dem Klage-Asisstenten in 5 Minuten zur perfekten Klage

2. Beispiel “Coaching-Regress”

Als Beispiel erstellen wir eine Klage mit einer Regressforderung gegen einen “Coaching”-Anbieter wegen Verstoßes gegen das Fernunterrichtsschutzgesetz (FernUSG) - ein aktuell viel diskutierter und nachgefragter Sachverhalt, der im Detail nicht einfach ist. Mit dem Klage-Assistenten gelingt eine Klage in Minuten statt Stunden. Das Ergebnis ist qualitativ abgesichert, reproduzierbar und die juristischen Inhalte transparent. Effizienz, ohne Blackbox.
Schriftsatz-Assistent in Aktion

Effizient und effektiv

  • Es steht alles im Schriftsatz, was rechtlich erforderlich ist. Es ist gewährleistet, dass die Klage schlüssig ist. Auch für Profis wird das Haftungsrisiko einer nicht schlüssigen Klage erheblich reduziert.
  • Es kann nichts mehr weggelassen werden. Es finden nur diejenigen Informationen Eingang in den Schriftsatz, die wirklich erforderlich sind.
  • Der Inhalt entspricht exakt dem Aufbau des gewünschten Urteils.
  • Die anwaltliche Kunst des Schriftsatzes kann jede:r in der Textverarbeitung ergänzen.
  • Der Schriftsatz ist perfekt.
  • Noch wichtiger: Die Informationen im Schriftsatz liegen als weiter verarbeitbare Daten vor und können - wenn die Gerichte hierfür bereit sind - zusätzlich als Daten an die Gerichte gesendet werden.

Klageerwiderungs-Assistent

Aus der Perspektive einer Rechtsanwaltskanzlei, die die Beklagtenseite vertritt, steht nach Ermittlung der relevanten Tatsachen- und Beweislage bei der Beklagtenseite die Strukturierung des Sach- und Rechtsvortrags der Klageschrift und die Erstellung der Klageerwiderung an. Folgende prozesstaktische Verteidigungsstrategien sind dabei im LCM angelegt:
  • Verfahrensrüge
  • (substantiiertes) Bestreiten
  • Gegenbeweis
  • Rechtsausführungen (abweichende Rechtsansichten)
  • Gegenrechte (Einreden und Einwendungen)
  • Gegenforderungen (Widerklage / Aufrechnung)
Mit dem LCM in 5 Minuten Klageschrift in intelligente Daten strukturieren und Klageerwiderung erstellen

Dateien & Dokumente

Das Import-Tool (in der linken Navigationsleiste unter dem Menü-Punkt “Dokumente”) dient dem Import, der Erfassung und Aufbereitung des gesamten Prozessstoffs.

Datei- und Import

  • Funktionsweise: Die für die Fallbearbeitung relevanten Quellen (Schriftsätze und Anlagen wie z.B. Urkunden, Protokolle, Gutachten) werden importiert.
    Achten Sie aktuell noch darauf, dass die Dokumente “durchsuchbar” sind. Eine Umwandlung nicht durchsuchbarer Dateien in durchsuchbare Dateien erfolgt in der Zukunft automatisiert, aktuell ist diese Funktion noch nicht möglich.
  • Datenübernahme: Es können auch bereits vorstrukturierte Datensätze (z.B. XML, XJustiz) importiert werden. Auch ganze Ordner und ZIP-Dateien können importiert werden.

Datengestützte Prozesse

Der PDF-basierte Zivilprozess ist wenig praktikabel und nutzt die Möglichkeiten, welche die Digitalisierung bietet, nicht aus. Die anwaltlich vertretenen Parteien vorstrukturieren den Sach- und Streitstand. Über den ERV (den Elektronischen Rechtsverkehr) reichen die Parteien dann aber wieder unstrukturierte PDF-Dateien ein. Die Gegenseite bzw. ein Gericht hat dann die Aufgabe, aus den nicht-strukturierten Schriftsatz-PDF wieder strukturierte Daten zu erstellen, um den Prozessstoff zu durchdringen. Dies wiederholt sich bei jedem Schriftsatz.
Der LCM ermöglicht den Input strukturierter Prozess-Informationen, wobei neben den Meta-Daten für das Rubrum insbesondere auch eine Strukturierung sämtlicher Verfahrensdaten sowie der materiellen Begründung (Sachvortrag samt jeweils verknüpfter Beweise und Rechtvortrag der Parteien, jeweils geordnet nach materiell-rechtlichen Normstrukturen wie Anspruchsgrundlagen oder Gegennormen, oder individuell gestalteter Relationstabelle). Der LCM ist das Tool für den datenzentrierten Zivilprozess, der die PDF-Schriftsätze überlagert.

Strukturierungs-Tool

Aus dem bislang statischen Prozessstoff der Parteien werden mithilfe des Strukturierungs-Tools im LCM visualisier- und analysierbare Daten, die intelligent miteinander verknüpft und automatisiert weiter bearbeitbar sind. Aus PDF-Schriftsätzen werden strukturierte, weiter verarbeitbare, juristisch intelligente Daten.
Der Prozessstoff wird auch in umfangreichen, langen und komplizierten Verfahren beherrschbar. Ressourcen werden richtig eingesetzt. Verfahren werden schneller bearbeitet und Fehler minimiert.
Die Strukturierung erfolgt aktuell regelmäßig durch händische Annotationen in den Schriftsätzen und Anlagen der Parteien seitens der Nutzer:innen. Ist eine Akte einmal strukturiert, ist der Prozessstoff geordnet, qualitativ perfekt aufbereitet und effizient weiter zu bearbeiten.

Vorteile der frühzeitigen Strukturierung des Gerichts

Durch eine frühzeitige Strukturierung und eine sich daran anschließende prozessleitende Verfügung oder einen entsprechend frühen gerichtlichen Hinweis wird das Verfahren regelmäßig erheblich konzentriert. Je länger der Zeitraum zwischen Eingang von Klage- und Klageerwiderung und mündlicher Verhandlung ist, um so schwerer bleibt das Verfahren beherrschbar und es wird ineffizient. Die Parteien „suchen“ sich typischerweise Nebenstreitpunkte selbst, die – regelmäßig – bei frühzeitiger prozessleitender Verfügung oder früher mündlicher Verhandlung nie entstanden wären. Die frühe Strukturierung samt automatisiertem Hinweis seitens des Gerichts an die Parteien gewährleistet einen effizienten und schnellen Zivilprozess.
Die Strukturierung bleibt auch nach KI-Implementierung im LCM händisch möglich. Die händische Strukturierung ist jedoch mit einem initialen Einmal-Aufwand für die Nutzer:innen verbunden. Die händische Strukturierung ist „deterministisch“, erfolgt also ohne den Einsatz stochastischer generativer Sprachmodelle. Vorteil: Eine Nachkontrolle ist überflüssig, da das Ergebnis durch die vorintegrierten juristischen Inhalte bereits vorkontrolliert und vertrauenswürdig ist. Der Einsatz von KI bei der Strukturierung birgt dennoch großes Potenzial. Neben der Option der KI-Strukturierung können die Nutzer:innen des LCM aber weiterhin die berechenbare, nachvollziehbare, reproduzierbare und vertrauenswürdige händische Annotation nutzen.
Die Ordnung bei der Strukturierung erfolgt entweder
  • nach vorintegrierten Rechtsschemata (Strukturierung in eine fachspezifische Rechtsmatrix nach rechtlichen Prüfschemata) oder
  • nach selbst erstellten Relationsstrukturen (freie Strukturierung in eine dynamische Relationstabelle nach frei definierbaren Zeilen und Spalten)
Mit dem LCM in 5 Minuten eine Verfahrensakte intelligent strukturieren Nach Abschluss der Annotation ist der Prozessstoff nach den folgenden, für juristische Entscheider:innen relevanten Kriterien geordnet:
  • Rubrum: allgemeine Informationen zum Verfahren
  • Verfahren: Prozess- und Sachurteilsvoraussetzungen, Prozesshindernisse und sonstige Verfahrensfragen
  • Begründetheit: geordnet nach Anspruchsgrundlagen, Gegennormen und Hilfsnormen mit den jeweiligen Tatbestandsmerkmalen der Normen, Submerkmalen usw.
  • Sach- und Rechtsvortrag
  • Beweis
Die nachfolgende Demo zeigt die händische Strukturierung durch Annotationen im Prozessstoff einer Verfahrensakte. Hierfür wird ein für juristische Profis intuitives digitales Werkzeug zur Strukturierung des Akteninhalts genutzt.

Visualisierungs-Tool: Dynamische Relation

Nach Strukturierung des Prozessstoffs wird der Akteninhalt strukturiert und übersichtlich dargestellt. Aus dem statischen PDF-Akteninhalt wurden nach Strukturierung weiter verarbeitbare, juristisch intelligente Daten. Die Strukturierung bietet zahlreiche Vorteile:
  • Keine Suche in der Akte durch Verknüpfung aller Inhalte in einer strukturierten Ansicht
  • Keine wiederholten Einarbeitungen in Akten, perfekte Vorbereitung für die mündliche Verhandlung
Mit der dynamischen Relation auch in komplexen und umfangreichen Verfahren den Überblick behalten

Analyse-Tool: Rechtsmatrix

Nach Strukturierung des Prozessstoffs analysiert der LCM automatisch den Akteninhalt. Der LCM folgt dabei einer vorintegrierten “regelbasierten Rechtsanwendung” und “juristisch-intelligenten Logik”. Der Prozessstoff der Verfahrensakte ist nach den für juristische Entscheider:innen relevanten Kriterien geordnet:
  • Rubrum, Verfahren, Begründetheit
  • Sach- und Rechtsvortrag
  • Streitig und unstreitig
  • Substantiiert und nicht substantiiert
  • Beweis (bedürftig, Last, Antritt, Erhebung, Würdigung)
Der LCM analysiert die Verfahrensakte automatisiert für juristische Expert:innen nach den folgenden Kriterien:
  • Schlüssigkeit
  • Erheblichkeit
  • Beweis-Station
Der Prozessstoff wird auf diese Weise auch in umfangreichen, langen und komplizierten Verfahren beherrschbar. Ressourcen werden richtig eingesetzt. Verfahren werden schneller bearbeitet und Fehler minimiert. Mit der dynamischen Relation auch in komplexen und umfangreichen Verfahren den Überblick behalten

Struktureditor

Der Struktureditor kuratiert die juristische Intelligenz des LCM. Validierte juristische „Playbooks“ (Normstrukturen, Prüfschemata, Definitionen und Vorlagen) kuratieren im LCM strukturiert das juristische Wissen und Know-how der Richter:innen und Rechtsanwält:innen und unterstützen diese bei der juristischen Fallbearbeitung. Der Struktureditor ist das Knowledge-Management-System für Gerichte, Rechtsanwaltskanzleien und Rechtsabteilungen.
„Playbooks“ sind validierte digitale Workflows, Automatisierungen, juristische Prüfschemata, Definitionen und vordefinierte Regeln sowie Textbausteine und Vorlagen. Ein die gesamte Organisation übergreifendes Knowledge-Management-System mit intelligenten juristischen Prüfschemata und korrespondierenden Textvorlagen löst das bisherige Silowissen einzelner Richter:innen ud Rechtanwält:innen ab. Der Struktureditor kuratiert das Wissen dauerhaft für die Abteilungen der Organisation.
Der LCM stellt seinen Nutzer:innen die juristischen Strukturen, Prüfschemata und Templates für ca. 50 % der zivilgerichtlichen und ca. 60 % der arbeitsgerichtlichen Streitigkeiten vor deutschen Gerichten “out of the box” zur Verfügung (Quelle: Stat. Bundesamt, ausgewertet für das Jahr 2021). Die vorintegrierten Inhalte wachsen täglich. Die Nutzer:innen können zudem auf “no code basis” - also ohne jede Programmier-Kenntnisse in einer anwenderfreundlichen Eingabemaske - ihr eigenes Wissen strukturiert im LCM integrieren und in der juristischen Fallbearbeitung anwenden.
Das Wissen der Organisation bleibt im Struktureditor erhalten, auch wenn Mitarbeitende ausscheiden. Die Einarbeitung neuer Mitarbeitender wird erleichtert, da das juristische Wissen und die Erfahrung in der Datenbank erhalten bleiben. Sobald das juristische Prüfschema einmal erstellt ist, steht es den Nutzer:innen, den Abteilungen und der Organisation zur Verfügung.
Die juristische Intelligenz des Struktureditors findet an zahlreichen stellen Anwendung im LCM:
  • Schriftsatz-Assistenz: Der Struktureditor definiert die Inhalte der Eingabemasken für den Schriftsatz-Assistenten und formuliert die Textbausteine bei der Schriftsatz-Produktion.
  • Bei der Strukturierung des Prozessstoffs in den Schriftsätzen, Dokumenten und Dateien der Prozessakte greifen die Nutzer:innen auf Schemata hinsichtlich Rubrum und Verfahren sowie vor allem auf solche hinsichtlich der rechtlichen Begründetheit zurück. Die Ordnung des Prozessstoffs anhand dieser Prüfschemata strukturiert die Verfahren intelligent nach Normen (Anspruchsgrundlagen und Gegennormen) und deren Tatbestandsmerkmalen.
  • Die Visualisierung des strukturierten Prozessstoffs in der Dynamischen Relation folgt den im Struktureditor vorintegrierten Schemata und Baumstrukturen. Tatsachenvortrag, Beweise, Rechtsansichten und Begründungen eines konkreten Rechtsfalls werden nach dem im Struktureditor vorintegrierten Schema geordnet und übersichtlich dargestellt.
  • Die Analyse des strukturierten Prozessstoffs in der Rechtsmatrix nach Rubrum, Verfahren und Begründetheit greift auf die im Struktureditor vorintegrierten Schemata und Baumstrukturen zurück. Dies gilt insbesondere für die automatisierte Analyse der materiellen Begründetheit: Diese unterscheidet zwischen Sach- und Rechtsvortrag, nach dem Substantiierungsgrad, zwischen unstreitigem Parteivortrag, streitigem Kläger- und Beklagtenvortrag samt Beweisangeboten der Parteien und analysiert automatisiert die Schlüssigkeit des Klägervortrags, die Erheblichkeit des Verteidigungsvorbringens des Beklagten und die Beweis-Situation nach Beweisbedürftigkeit, Beweislast, Beweisantritt: Hauptbeweis und Gegenbeweis.
  • Der LCM nutzt die im Struktureditor vorintegrierten Schemata und Baumstrukturen, um die für die Prozessprognose relevanten Entscheidung abzubilden und die Ergebnisse der Prozessprognose zu visualisieren.
  • Der LCM nutzt die im Struktureditor vorintegrierten Schemata und Baumstrukturen samt der zu den Merkmalen vorintegrierten Definitionen und Textbausteinen zur Textproduktion: Entwürfe vorgerichtlicher Schreiben, von Klageschriften und Klageerwiderungen sowie sonstigen Schriftstücken (wie z.B. Rechtsgutachten, Versicherer-Reports, Mandant:innen-Reports usw.) werden auf diese Weise regelbasiert und deterministisch erstellt. Für Gerichte können so Aktenspiegel, Relationstabelle, (Beweis-) Beschlüsse und Urteile entworfen werden.
Die Ordnung des Struktureditors folgt einer hierarchischen Baumstruktur auf der linken Seite und Eingabefelder mit mehreren Tabs auf der rechten Seite. Grundlegen ist die Unterscheidung zwischen den verschiedenen Element-Typen innerhalb der Baumstruktur:
  • Standard-Elemente = dienen (nur) der Ordnung der Inhalte innerhalb des Struktureditors
  • Normen = sind Rechtsnormen bzw. Oberkategorie für eine konkrete Struktur bzw. ein Prüfschema
  • Tatbestandsvoraussetzungen = Merkmale von Normen und Sub-Merkmale von Merkmalen usw. (Sub-Sub-Merkmale usw.)
Aufbau des Struktureditors

Prognose-Tool: Chancen & Risiken bewerten

Das Prozessprognose-Tool erstellt automatisiert eine Prognose zum Ausgang und zur Wirtschaftlichkeit eines vorgerichtlichen oder gerichtlichen Rechtsstreits zum jeweiligen Verfahrensstand (Legal Judgement Prediction). Das Prognose-Tool …
  • visualisiert den Rechtsstreit in einer leicht nachvollziehbaren Baumstruktur,
  • berechnet die Eintrittswahrscheinlichkeiten der verschiedenen Ausgangsszenarien eines Rechtsstreits und
  • kalkuliert die wirtschaftliche Bedeutung der verschiedenen Ausgangsszenarien des Rechtsstreits.
Dies ermöglich intelligente, sach-orientierte und nachvollziehbare Vergleichsverhandlungen für Richter:innen und Rechtsanwält:innen mittels transparenter Kriterien, eingänglich visualisiert für alle Verfahrensbeteiligten und flexibel auf die jeweilige Entwicklung der Verfahrenssituation anpassbar.
Screenshot 2026 05 27 115538

Textproduktions-Tool

Das Textproduktions-Tool erstellt auf der Basis der strukturierten Verfahrensakte automatisiert regelbasierte Entwürfe verschiedener juristischer Schriftstücke, wie z.B.:
  • vorgerichtliche Forderungsschreiben und Schreiben zur Forderungsabwehr,
  • Gutachten und Reporte für Mandanten, Versicherer und sonstige Dritte nach den konkreten Informationsbedürfnissen der Empfänger,
  • Klageschriften, Klageerwiderungen und sonstige Schriftstücke verschiedener Verfahrensarten,
  • Relationstabellen und Aktenspiegel,
  • Urteilsentwürfe, Entwürfe für den Sachbericht sowie die rechtliche Begründung,
  • Anklageschriften und Verteidigerschriften
  • und beliebig nach definierten Regeln erweiterbare Schriftstücke mehr … .
Die Textproduktion erfolgt nach den Vorgaben des Urteilsstils (Ergebnis, Obersatz, Definition, Subsumtion). Entwürfe stehen den Nutzer:innen zur Weiterbearbeitung, Kontrolle und Finalisierung in ihrer Textverarbeitung zur Verfügung. Das Textproduktions-Tool bringt erhebliche Effizienzgewinne bei vollständiger Kontrolle, Transparenz und vertrauenswürdigen Ergebnissen.

Beispiel: Klageschrift Schadensersatz wegen Nebenpflichtverletzung gemäß §§ 280 Abs. 1, 241 Abs. 2 BGB

Aus Anspruchsteller- oder Klägerperspektive steht nach Mandatsannahme meist die Erstellung eines vorgerichtlichen Forderungsschreibens oder einer Klageschrift im Vordergrund. Hierfür existiert der “Schriftsatz-Assistent”.
Als Beispiel erstellen wir eine Klage wegen Verletzung von Verkehrssicherungspflichten in einem vertraglichen Auftragsverhältnis. Wir legen den folgenden Sachverhalt zugrunde, den der Mandant schildert: Der beklagte Balduin Becker, Einzelfirmensitz in Kaiserslautern, beauftragte den späteren Kläger, den Karl Krämer mit Einzelfirmensitz in Saarbrücken, einen Workshop in den Schulungsräumen des Beklagten in Saarbrücken am 4. und 5.4.25 auszurichten. Während des Workshops brach der Stuhl des Klägers. Der Kläger stürzte zu Boden und brach sich den Arm. Der Kläger will Klage vor dem Landgericht Saarbrücken einreichen. Bereits in vorherigen Workshops seien die maroden Stühle des Beklagten wegen Materialermüdung gebrochen, ohne dass dies der Beklagte zum Austausch der Stühle veranlasst habe. Der Kläger will Heilbehandlungskosten iHv 9.000 EUR und Schmerzensgeld iHv jeweils 3.000 EUR geltend machen. Der Mandant überreicht zwei Rechnungen, die in der Summe die Heilbehandlungskosten für Arzt und Orthopädie-Fachgeschäft belegen. Mit dem Klage-Assistenten gelingt eine Klage in Minuten statt Stunden. Das Ergebnis ist qualitativ abgesichert, reproduzierbar und die juristischen Inhalte transparent. Effizienz, ohne Blackbox.
Hier eine Dokumentation, wie Sie in 5 Minuten eine perfekte Klageschrift erstellen: Mit dem Klage-Asisstenten in 5 Minuten zur perfekten Klage

Beispiel: Klageschrift Coaching-Regress

Als Beispiel erstellen wir eine Klage mit einer Regressforderung gegen einen “Coaching”-Anbieter wegen Verstoßes gegen das Fernunterrichtsschutzgesetz (FernUSG) - ein aktuell viel diskutierter und nachgefragter Sachverhalt, der im Detail nicht einfach ist. Mit dem Klage-Assistenten gelingt eine Klage in Minuten statt Stunden. Das Ergebnis ist qualitativ abgesichert, reproduzierbar und die juristischen Inhalte transparent. Effizienz, ohne Blackbox.
Schriftsatz-Assistent in Aktion

Beispiel: Urteilsentwurf

Nachdem die Verfahrensakte strukturiert ist und das Gericht - gegebenenfalls im Wege der Beweisaufnahme - alle streitigen Sach- und Rechtsfragen geklärt hat, ist das Verfahren entscheidungsreif. Das Gericht entscheidet den Fall, indem das Ergebnis in der Rechtsmatrix bestimmt und für alle relevanten Normen und deren Tatbestandsmerkmale eine Begründung seitens des Gerichts in der Rechtsmatrix oder in der Dynamischen Relation eingegeben worden ist. Danach entwirft der LCM das Urteil automatisiert regelbasiert. … more to come …